Social Media outsourcen: Was es wirklich kostet
inpixly Team 6 minEin Elektriker aus Wien hat mir letzten Monat seine Buchhaltung gezeigt. Nicht die ganze — nur eine Zeile. "Social Media Management: 3.200 Euro." Jeden Monat. Seit eineinhalb Jahren.
Ich habe ihn gefragt, was er dafuer bekommt.
"Drei Posts pro Woche. Instagram und LinkedIn."
Ich habe nachgerechnet. 12 Posts pro Monat. 3.200 Euro geteilt durch 12: 267 Euro pro Post. Fuer einen Instagram-Beitrag mit Stockfoto und drei Saetzen, die sein Agentur-Texter wahrscheinlich in 20 Minuten geschrieben hat.
Thomas — so heisst der Elektriker — hat 14 Sekunden gebraucht, um das sacken zu lassen. Dann hat er gesagt: "Rechne mir mal die Alternativen vor."
Das mache ich jetzt. Nicht nur fuer Thomas. Fuer jeden, der wissen will, was Social Media wirklich kostet — mit allen versteckten Posten, die auf keiner Rechnung stehen.
Option 1: Alles selbst machen (die teuerste "Gratis"-Loesung)
Null Euro auf dem Papier. Kein Abo, kein Vertrag, keine Rechnung. Klingt perfekt.
Jetzt die Wahrheit.
Ein guter Post braucht 45 bis 70 Minuten. Nicht 10, nicht 15 — realistisch. Thema ueberlegen: 10 Minuten. Text schreiben und dreimal umformulieren: 20 Minuten. Bild auswaehlen oder bearbeiten: 10 Minuten. Hashtags: 5 Minuten. Hochladen und Feinschliff: 5 Minuten.
Bei drei Posts pro Woche: gut 3 Stunden. Klingt machbar. Ist es nicht.
Was fehlt: Die 40 Minuten am Donnerstagabend, in denen du ueberlegst, was du posten koenntest, und am Ende gar nichts postest. Die Unterbrechung um 14 Uhr, weil du "noch schnell" was hochladen willst — und dann 25 Minuten spaeter immer noch an der Caption sitzt. Das schlechte Gewissen am Sonntagabend.
Realistisch: 5 bis 8 Stunden pro Woche. Thomas hat einen Stundensatz von 85 Euro.
5 Stunden x 85 Euro x 4 Wochen = 1.700 Euro pro Monat. Mindestens.
Und Thomas ist Elektriker. Wenn er um 15 Uhr Instagram-Posts schreibt, verdrahtet in der Zeit niemand die Wohnung im dritten Stock. Das ist keine hypothetische Rechnung. Das ist verlorener Umsatz.
Option 2: Freelancer (das unterschaetzte Mittelfeld)
Ein Social Media Freelancer kostet zwischen 500 und 2.000 Euro im Monat. Dafuer bekommst du einen Content-Plan, 8 bis 12 Posts, einfache Grafiken und Hashtags. Manchmal ist das Posting inklusive, manchmal nicht.
Was du nicht bekommst: sofortige Reaktionszeit. Der Freelancer hat drei bis fuenf andere Kunden. Wenn du am Dienstag eine spontane Idee hast, ist der Post fruehestens Donnerstag fertig.
Was du auch nicht bekommst: tiefes Verstaendnis fuer dein Business. Dafuer reicht das Budget nicht. Der Freelancer kennt deine Branche oberflaechlich. Er schreibt solide Texte — aber keine, bei denen deine Kunden denken: Das klingt nach Thomas.
Und der versteckte Posten: Du musst den Freelancer briefen. Feedback geben. Texte gegenlesen. Rechne 2 Stunden pro Woche dazu.
Echte Gesamtkosten: 1.000 bis 3.000 Euro im Monat. Je nach Freelancer und je nachdem, wie viel Abstimmung noetig ist.
Option 3: Agentur (die teure Gewissheit)
Thomas hat sich fuer die Agentur entschieden, weil er Sicherheit wollte. Jeden Monat 12 Posts, puenktlich, formatiert, mit Hashtags. Jemand kuemmert sich. Er muss nicht nachdenken.
Das hat funktioniert — oberflaechlich. Posts kamen. Regelmaessig. Aber sie klangen nicht nach Thomas. Sie klangen nach einer Agentur, die gleichzeitig fuer 30 andere Kunden textet.
Kleine Agenturen starten bei 1.500 Euro. Mittelgrosse verlangen 3.000 bis 5.000. Grosse beginnen bei 5.000 und kennen nach oben keine Grenze. Plus Extras: Aenderungswuensche ausserhalb des Kontingents, Sonderformate, zusaetzliche Plattformen.
Und dann der Posten, den keine Agentur auf die Rechnung schreibt: dein Zeitaufwand. Briefings vorbereiten. Calls fuehren. Entwuerfe pruefen. Feedback geben. Bei Thomas: 3 Stunden pro Woche. Bei 85 Euro Stundensatz: 1.020 Euro.
Echte Gesamtkosten: 3.200 + 1.020 = 4.220 Euro im Monat. Fuer drei Posts pro Woche.
Thomas hat ein Jahr gebraucht, um diese Rechnung zu machen. Warum so viele Unternehmen trotzdem den Weg weg von der Agentur nicht wagen, hat oft weniger mit Zahlen zu tun als mit Gewohnheit.
Option 4: KI-Automation (die Rechnung, die alles veraendert)
Hier wird es interessant.
KI-Automation heisst: Du schickst ein Foto per Telegram. Zehn Minuten spaeter liegt ein fertiger Post vor — Text in deinem Stil, optimiertes Bild, passende Hashtags. Du gibst frei oder aenderst ein Wort. Der Post geht live auf Instagram und LinkedIn. Der komplette Workflow erklaert jeden Schritt im Detail.
Kosten: ein Bruchteil der Agentur. Flat-Rate. Keine Ueberraschungen. Keine Extra-Kosten fuer Revisionen oder Sonderformate.
Dein Zeitaufwand: unter 30 Minuten pro Woche. Drei Fotos senden, drei Posts freigeben. Kein Briefing, kein Call, kein Feedback-Loop.
Echte Gesamtkosten: minimal. Minuten statt Stunden. Ein Bruchteil statt tausende Euro.
Die Tabelle, die Thomas ueberzeugt hat
| Selbst | Freelancer | Agentur | Automation | |
|---|---|---|---|---|
| Monatliche Rechnung | 0 EUR | 500-2.000 EUR | 2.000-5.000 EUR | Bruchteil |
| Dein Zeitaufwand / Woche | 5-8 h | 2-3 h | 3-5 h | Unter 30 min |
| Echte Kosten / Monat | 1.700-2.700 EUR | 1.000-3.000 EUR | 2.500-5.500 EUR | Minimal |
| Reaktionszeit | Sofort (wenn du Zeit hast) | 1-3 Tage | 2-7 Tage | Minuten |
| Klingt nach dir | Ja | Teilweise | Selten | Ja |
Die Tabelle hat Thomas an einem Mittwochabend gesehen. Am Donnerstag hat er seine Agentur gekuendigt.
Die Kosten, die in keiner Tabelle stehen
Es gibt eine Zahl, die fehlt: Was kostet es, nicht auf Social Media zu sein?
Thomas hat im letzten Jahr drei Auftraege direkt ueber Instagram bekommen. Zusammen 12.000 Euro Umsatz. Haette er nicht gepostet, waeren diese Kunden woanders gelandet.
Social Media ist kein Hobby. Fuer lokale Dienstleister ist es Akquise. Die billigste, skalierbarste, messbarste Akquise, die es gibt. Die Frage ist nicht, ob du es dir leisten kannst, Social Media zu machen. Die Frage ist, ob du es dir leisten kannst, es nicht zu machen.
Und wenn du schon aktiv bist — dann mach es smart. Warum die smarte Alternative zur klassischen Agentur fuer die meisten Unternehmen der bessere Weg ist, hat weniger mit Technologie zu tun als mit einfacher Arithmetik.
Was Thomas heute zahlt
Thomas postet seit sechs Wochen mit KI-Automation. Dreimal die Woche, Instagram und LinkedIn.
Vorher: 4.220 Euro echte Kosten pro Monat. Nachher: ein Bruchteil davon plus 20 Minuten pro Woche.
Er hat die gesparte Zeit nicht in Social Media gesteckt. Er hat sie in Auftraege gesteckt. Zwei zusaetzliche pro Monat, weil er nachmittags nicht mehr am Schreibtisch sitzt und Captions tippt, sondern auf Baustellen steht.
Die Rechnung ist einfach. Manchmal muss man sie nur einmal ehrlich machen.